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Die Angst vor der Angst

Arthur Innere Freiheit Leave a Comment

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Ich weiß nicht, wie ich mit meinen Ängsten umgehen soll. Sie schränken mich ein und verursachen Stress. Wie kann ich meine Ängste besiegen?

Geht es dir nicht manchmal auch so, dass du dich fragst, wie du mit deinen Ängsten umgehen kannst? Fühlst du dich manchmal hilflos, wenn Sie dich überkommen?

Viele Menschen haben keine Idee davon, wie sie ihren Ängsten begegnen sollen.

Angst ist zunächst einmal nichts Schlimmes. Sie hat ihren Platz, ihren Sinn und Zweck.
Sie warnt und weckt uns auf.
Tatsächlich ist sie nichts anderes als ein körperliches Warnsignal.
Ein Warnsignal? Wofür denn?
Für vieles kann sie ein Warnsignal sein: Für unmittelbare Gefahren, für Spannungen. Es ist ein Signal, das dich aufwecken möchte und sagen möchte: „Hier! Hier gibt es etwas, schau hin!“
Sie taucht immer dann auf, wenn du in unbewussten Schlaf verfällst,
und für etwas Beachtenswertes nicht wach genug bist. Sie möchte dich auf etwas aufmerksam machen, sie möchte dich wecken.

Leider wissen die wenigsten Menschen über einen nützlichen Umgang mit der Angst Bescheid.
Sie betrachten Angst als etwas Unerwünschtes, als etwas, was es grundsätzlich zu bekämpfen und zu vermeiden gilt.
Sie haben Angst vor ihr. Angst vor der Angst.

Dabei ist es überhaupt nicht die Angst, die dir so zusetzt. Es ist die Angst vor der Angst.
Und diese steigert sich dann zu der Angst vor der Angst vor der Angst vor der Angst. Und so weiter.
Du begibst dich in eine Endlosschleife.

Das Muster ist: „Ich habe Angst davor, das ich Angst kriegen könnte“
Wenn du mit solch einem Glaubenssatz durch die Welt läufst, wundert es dich dann noch, dass du ständig neue Ängste bekommst?

Deshalb halte ich Folgendes für ratsam:
Ändere deinen Umgang mit der Angst. Verstehe, wozu sie gut ist.

Unterscheide zwischen der ersten und der zweiten Angst.

Die erste Angst ist die gesunde Angst. Sie entsteht, wenn dich z.B. ein Hund anfällt. Es ist gut dass sie da ist, durch sie hast du die Chance rechtzeitig bei einer unmittelbaren Bedrohung zu reagieren.
Du kannst diese erste Angst daran erkennen, dass sie sich auf etwas bezieht was jetzt gerade unmittelbar passiert.
Heiße diese Angst stets willkommen, lausche ihr und versuche zu erkennen, worauf sie dich aufmerksam machen will.
Es ist nichts anderes als dein Körper, der da mit dir kommuniziert, der dich und deine Psyche beschützen will.
Wenn du diese erste Angst willkommen heißt und ihr zuhörst, dann kannst du von ihr profitieren,
entsprechende Maßnahmen ergreifen. Oft reicht es schon, wenn du einfach wach wirst für die Bedrohung oder Herausforderung, die jetzt gerade da ist. Manchmal gibt es aber auch etwas zu tun, dann tue es.

Lausche der „ersten Angst“, verstehe was sie dir sagen will, danke ihr.
Sie kommt ausnahmslos und immer mit einer guten Absicht zu dir.

Und dann ist da die zweite, die ungesunde Angst.
Was ist diese „zweite Angst“?
Sie ist nichts anderes als ein Schatten der ersten Angst. Sie ist wie ein Echo, eine immer wiederkehrende Wiederholung.
Sie entsteht dadurch, dass du „Angst vor der Angst“ hast:
Immer wenn du dich gegen die erste Angst wehrst, anstatt sie willkommen zu heißen, ihr dankend zu begegnen, entsteht diese zweite Angst.
Sie entsteht durch deine Gegenwehr. Du selbst bist ihr Erschaffer, ihr Schöpfer.
Und sie steigt – wie du vielleicht schon oft erfahren musstest – fast schon exponentiell. Sie ist viel unangenehmer als die erste Angst, so kannst du sie unterscheiden: Sie nimmt deinen ganzen Körper ein, und sie wird genährt durch deine Gedanken.
Einzig deine Gedanken geben ihr Substanz – sie hat im Gegensatz zu der ersten Angst keinen Bezug mehr zu der gegenwärtigen Situation.

Die erste Angst ist im Gegensatz zur zweiten Angst überhaupt nicht unangenehm. Sei einmal aufmerksam und beobachte wie die Angst in dir entsteht,
du wirst bemerken dass sie anfangs ganz subtil und ganz zart ist. Überhaupt nicht bedrohlich, es ist vielleicht bloß ein subtiles Gefühl von Schwerelosigkeit oder etwas Ähnliches.
Und genau hier hast du die Wahl:
Entweder lässt du sie ein, du heißt sie willkommen wie einen Gast, hörst ihr zu und achtest darauf, was sie zu sagen hat
– dann wird sie bald wieder gehen, sobald sie ihre Nachricht überbracht hat und ihren Zweck erfüllt hat.

Oder aber, du wehrst dich gegen sie, wie du es bisher getan hast. Dann gibst du ihr eine feste Substanz, indem du deine gesamten Gedanken von ihr vereinnahmen lässt.
Dann merkt sie, dass du ihr nicht zuhörst, dass du sie wegsperren willst, und es entsteht die zweite Art der Angst, die dann in deinem Körper wächst, Schmerzen verursacht oder sogar Krankheiten.

Ändere deine Haltung gegenüber der Angst.
Das nächste Mal wenn sie auftaucht, dann versuche einmal Folgendes: Umarme sie.
Ganz recht, stelle dir vor, du würdest sie in den Arm nehmen.
Und dann danke ihr, danke ihr dass es sie gibt und sage zu ihr „es tut mir leid, dass ich dich schon so oft wegsperren wollte und dir nicht zuhörte. Fortan will ich aufmerksam sein für deine Botschaften, du bist mir als ein Weckruf fortan, willkommen.“

Begreife die positive Absicht der „ersten Angst“:
Sie ist dir ein Weckruf. Wie soll dein Körper dich denn sonst auf eine Bedrohung oder eine Herausforderung aufmerksam machen, die du gerade noch nicht siehst oder nicht sehen willst? Dies ist sein Signal. Sei dankbar dafür, dass es dieses Körpersignal gibt.

Sei dankbar für deine Angst, wenn sie zu dir kommt.

 

(Bild von Svaboda)

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