Herzensziele

Herzensziele

Arthur Ziele & Selbstverwirklichung Leave a Comment

Share Button

Viele Menschen sind sich einig: Zum Glück benötigt es Lebensziele.

Doch Lebensziele sind in meinen Augen nicht viel wert, wenn sie nicht im eigenen Herzen geerdet sind. Oder anders gesagt: Wenn nicht alleine schon der Weg dorthin dich glücklich macht.

Das Thema Ziele und Visionen hat etwas Seltsames an sich: Einerseits können sie dich motivieren, andererseits unter Druck setzen und nervös machen.

Sind Ziele nicht auch Erwartungen? Doch unerfüllte Erwartungen machen wiederum unglücklich, findest du nicht auch?

 

Allerdings liegt hier eine Verwechslung vor: Herzens-Ziele so wie ich sie verstehe, sind nicht dasselbe wie Erwartungen.

Das sind vollkommen unterschiedliche Dinge.

Worin genau liegt dieser Unterschied?

Erwartungen resultieren aus einem inneren Mangel. Sie folgen dem Muster: „Mir fehlt etwas, also erwarte ich Besserung“

„Ich erwarte woanders anzukommen als ich jetzt bin, denn hier ist es mir nicht gut genug“.

Ein innerer Mangel steckt also hinter dem Antrieb einer solchen Erwartung.

Und wenn das bei einem Menschen der Fall ist, dann wird ihn dieser innere Mangel auf seinem gesamten Weg zum erwarteten Ziel begleiten.

 

Solche Erwartungsziele sind die Art von Zielen, die sich eine Erfüllung durch äußere Dinge oder Ereignisse versprechen.

„Wenn ich X oder Y erreiche oder habe, dann werde ich glücklicher sein“.

 

An diesen Glaubenssatz ist allerdings natürlich die Vorannahme geknüpft, dass du OHNE Erreichung dieses Ziels nicht so glücklich sein kannst!

Wer sich solcherlei Ziele setzt, erhält seinen inneren Mangel aufrecht und setzt sich unbewusst unter Druck.

 

Nicht nur das, auf seinem gesamten Weg zu diesem Ziel wird dieser Mensch Dinge und Umstände begünstigen, die ihn in seinem inneren Mangel bestätigen.

Denn seinem Bewusstsein und seinem Glauben entspringt sowohl sein Handeln  als auch seine Gedanken. Und wenn der versteckte Inhalt seines Glaubens einen Mangel beherbergt, dann wird sich dieser innere Mangel auch auf das äußere Tun übertragen.

Das Unterbewusstsein übernimmt diesen Job, ob ein Mensch es möchte oder nicht – Der Inhalt deines Glaubens zählt, deshalb überprüfe ihn gut.

 

Was macht „Herzensziele“ anders? Worin begründen sie sich, wenn nicht in einer Mangelerscheinung?

 

Herzensziele wurzeln in deinem eigenen Sein. Sie haben eine tiefe Verbindung zu dem was du wirklich bist und zu deiner inneren Lebensfreude.

 

Ich bin mir ziemlich sicher dass du bereits solche Erfahrungen gemacht hast.

Wenn du gerade darüber nachdenkst ob das vielleicht sein könnte, nehme dir doch einen Augenblick Zeit um folgende Fragen für dich zu beantworten:

 

  • Wann habe ich das letzte Mal etwas getan, und das Tun an sich hat mich so sehr in seinen Bann gezogen, dass das Ergebnis für mich zweitrangig wurde?
  • Welche Tätigkeit entfacht in mir eine solche Leidenschaft, dass ich gar nicht mehr damit aufhören möchte?
  • Bei welcher Arbeit und welchem Tun habe ich das Gefühl, dass die Zeit stillsteht?
  • Worin gehe ich richtig auf?
  • Bei welcher Tätigkeit, egal ob beruflich oder privat, bringe ich mich zur Entfaltung?

 

Dabei spielt es keine Rolle, ob du darin bereits ein Profi bist oder ein Anfänger, und auch nicht ob andere Menschen das ebenso sehen.

Mache eine solche Tätigkeit lieber von deiner Leidenschaft abhängig, als von äußeren Voraussetzungen.

 

 

Möglicherweise hast du den Unterschied zwischen den Erwartungs-Zielen und den Herzenszielen jetzt bereits schon für dich festgestellt:

 

Mit deinen Herzenszielen bist du erwartungsfrei.

 

Sie sind an Tätigkeiten geknüpft, in die du deine volle Liebe und Energie stecken kannst,

und bei denen das Ergebnis oder die Erwartung für dich zweitrangig ist.

 

Das mag zunächst einmal ein bisschen komisch klingen, denn schließlich verbinden viele Menschen oft das Wort „Ziel“ unweigerlich mit ihren Erwartungen.

 

Was ich hier mit „erwartungsfrei“ meine ist allerdings nicht die Tatsache dass deine Tätigkeit nicht einem bestimmten Traum oder einer Vision folgen darf.

Denn schau: Eine Vision hat ebenso nichts mit einer Erwartung zu tun!

 

Du magst dir z.B. ein Bild im Kopf davon machen, was du mit deiner Tätigkeit erreichen kannst, und dieses Bild eine Vision nennen,

doch Folgendes ist entscheidend: Treibt dich dieses Bild weg von dem was du gerade tust? Oder entspringt es viel eher daraus?

 

Das unterscheidet eine Vision von einer Erwartung:

Das Bild, welches du dir bei deiner Vision machst, fesselt dich umso mehr bei deiner gegenwärtigen Tätigkeit. Es ist ein Teil deiner Seinsfreude, die du bei deiner Tätigkeit empfindest, man könnte sogar sagen dieses Bild entspringt aus ihr.

 

Eine Erwartung bewirkt genau das Gegenteil: Sie treibt dich weg von der Gegenwart und von deiner Freude am Tun.

Sie suggeriert dir, dass du dich beeilen müsstest, dass du schnellstmöglich woanders sein solltest, nur nicht hier und bei dem was du tust.

Der Antrieb dahinter ist Angst – die Angst vor dem Mangel, die Wurzel einer jeden Erwartung.

 

Wenn du die Menschen aufmerksam beobachtest, dann wirst du ihnen diesen Unterschied möglicherweise ansehen.

 

Ich kenne da eine Tanzlehrerin.

Mit 40 Jahren und als Mutter von drei Kindern hat sie sich aufgemacht, um ihren Träumen zu folgen und ihr Leben dem Tanzen zu widmen.
Zu bedenken ist dass es hier um das Tanzen verschiedener Stile geht, um die Leitung von Tanzgruppen jeder Altersstufe. So etwas verlangt sogar jungen Profitänzern alles ab.

In ihrer Umgebung gab es wohl unglaublich viele Leute, die ihr das weder gegönnt noch zugetraut hätten, was sie heute erreicht hat, ich habe da so einiges mitbekommen. Sie sei für soetwas schon zu alt, das ganze hätte keine Zukunft, etc.

Es gab so manchen in ihrer Umgebung, der ihr das alles nicht zugetraut hat. Denn Menschen, die sich selbst etwas nicht gönnen, gönnen es auch anderen nicht.

 

Doch sie hat ihrer Vision vertraut, und heute leitet sie eine große Tanzschule mit vielen Kursen für jung und alt.

Sie veranstaltet Events, die regelmäßig ausverkauft sind, und bei denen sie selbst stolz mit ihren Tanzgruppen auf der Bühne mittanzt. Es ist erstaunlich zu sehen wie sehr dabei ihre Augen glänzen und wie sie sich darin entfaltet.

Nicht alle Tanzgruppen leitet sie selbst, für manche Tanzstile fehlt ihr die Ausbildung oder sie kommt tatsächlich nicht mehr ganz mit in ihrer Fitness, und deshalb hat sie bereits auch einige Angestellte.

Erst kürzlich habe ich mitbekommen, dass sie bereits die zweite Filiale plant.

 

Wer hätte gedacht, dass das Aufgeben eines vermeintlich sicheren Jobs für den eigenen Herzenswunsch in einem solchen Erfolg mündet?

 

Wenn du solche Menschen wie sie aufmerksam beobachtest, dann kannst du ihnen den genauen Unterschied ansehen, um den es in diesem Arrow geht.

Es ist ihnen ganz genau anzusehen, dass Ihre Tätigkeit kein „Mittel zum Zweck“ ist, sondern von einer solchen Leidenschaft begleitet wird, die das zukünftige Ziel sekundär macht.

Ein Anhaltspunkt dafür ist unter anderem, dass sie sich voller Leidenschaft dem widmen was sie gerade tun, und nirgendwo anders hin möchten, als dort wo sie gerade sind.

Dass sie auch ein Ziel oder eine Vision haben, ist davon nicht ausgeschlossen. Doch Sie alle haben eines gemeinsam:

– sie erwarten sich davon keine „letztendliche Erfüllung.“

 

Denn die Erfüllung liegt bereits jetzt und hier, in der Gegenwart. Sie liegt in
der Leidenschaft für dein Herzensziel –
sie ist an kein Ergebnis und an keine zukünftige Erwartung geknüpft.

 

 

(Bild von Joost J. Bakker IJmuiden)

Empfehle diesen Arrow weiter:

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.