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JETZT! Denke nicht zu viel

Arthur Innere Freiheit Leave a Comment

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Du denkst zu viel!

Ja richtig, du!

Und jetzt wo du das liest denkst du schon wieder zu viel darüber nach,
anstatt weiterzulesen und zu sehen, was ich damit meine. Die meisten Menschen denken nämlich zu viel und machen damit ihren eigenen Verstand zu ihrem Feind.

Lass uns ein wenig weiter ausholen. Was ist real?

Na, die Realität.

Richtig, und wo befindet sie sich?

Wie meinst du das?

Ganz einfach: Sie befindet sich im Hier und Jetzt. Die Realität ist in der Gegenwart. Und zwar IMMER.
Der jetzige Moment ist real, und nichts anderes. Vergangenheit und Zukunft existieren nicht! Nur das „Jetzt“ ist real, alles andere ist nur Fantasie.

Stimmt, aber wozu das Ganze?

Eines nach dem Anderen. Diese Erkenntnis, so banal sie auch klingt, ist vielen Menschen nicht wirklich bewusst.  Und doch ist sie absolut essenziell um Glück zu empfinden.
Denn fühlen kannst du nur jetzt. Du hast vielleicht einmal etwas gefühlt und wirst auch weiterhin fühlen, doch wirklich empfinden – das kannst du nur im Jetzt.

Viele Menschen denken jedoch zu viel. Sie benutzen unentwegt ihren Verstand. Das Problem dabei ist:
Der Verstand kann nicht im Jetzt sein.
Der Verstand ist mit seinen Inhalten IMMER mit einer Zukunft oder mit einer Vergangenheit beschäftigt. Mit einer falschen, erdachten Zeit.  Aber nicht mit der Realität.
Der Verstand ist es, der dich von der Realität abbringt und dir wenn es hart kommt die Unfähigkeit verleiht, glücklich zu sein.

Aber ich denke jetzt gerade. Also ist der Verstand im Jetzt.

Schwachsinn. Sobald du an einen Moment denkst, ist er schon wieder vorüber. Der Verstand kann nicht im Jetzt sein. Jeder Gedanke bezieht sich auf eine falsche und erdachte Zeit – auf die Zukunft oder auf die Vergangenheit.

Doch das Leben findet immer Jetzt statt. Es ist immer jetzt.

Unsere Gedanken hängen fest in vergangenen Zeitpunkten die schon längst vorüber sind, sie sind nicht mehr real. Oder aber sie malen sich eine mögliche Zukunft aus – die wiederum ausschließlich aus Gedanken besteht.

Es entsteht die Illusion am Leben teilzunehmen – doch in Wahrheit entfernst du dich dadurch von dem Leben. Denn dieses Leben findet stets nur in der Gegenwart statt. Es ist schließlich niemals „nicht jetzt“.

Wenn deine  Aufmerksamkeit stets in Gedanken gefangen ist, dann ist dir dieses „Jetzt“ fremd geworden. Du bist im Verstand und entfernst dich von dem einzigen Ort, an dem das Leben stattfindet.
Schon gehört:  „Ich denke, also bin ich.“?

Schwachsinn. Genau diese Identifikation mit dem Denken gaukelt dir Folgendes vor:

Mein Verstand = Ich.
Du bist nicht dein Verstand.
Dein Verstand ist dein Werkzeug. Ein sehr gutes und sinnvolles Werkzeug, so wie deine Arme, Beine oder auch dein Geschlechtsteil.
Doch dein Verstand ist NICHT DU. Genauso wenig wie dein Arm = du ist.

Vielen Menschen ist es nicht klar, sie haben eine sogenannte Ego-Identifikation mit ihrem Verstand.
Und diese Ego-Identifikation macht sie gestresst, unglücklich oder sogar depressiv.
Denn wenn du denkst, dass dein „Ich“ im Verstand sitzt, dann kann es nicht im Jetzt sein.
Es rennt immer einer falschen Zeit hinterher oder es wartet. Es wartet, bis endlich was Cooles passiert.
Aber es passiert nie…

Hier einige Beispiele:

Ein Mann wird von seiner Freundin verlassen. Er taucht in die Vergangenheit ein, denkt ständig nur daran, wie schön es doch damals war… Er entwickelt eine Sucht nach der Vergangenheit. Und  aus dieser wird er nicht wieder herauskommen, bevor er erkannt hat dass er HIER und JETZT eine andere Frau ansprechen kann, die vielleicht hundert Mal interessanter ist als seine Ex.

Überhaupt traut sich ein Großteil der Männer aus genau diesem Grund nicht, Frauen anzusprechen. Der Verstand denkt: „Vielleicht sehe ich nicht gut genug aus.
Vielleicht schickt sie mich mit meinem tollen Spruch gleich wieder fort? Ich muss so vieles beachten
wenn ich vor ihr stehe, hoffentlich versaue ich das nicht…“

Und so denkt der „normale“ Mann vor sich hin, während  der potentielle Flirt sich aus dem Staub macht.

Auch er ist nicht im JETZT gewesen,
sondern war mit der Zukunft beschäftigt. Woher soll er wissen, wie die Frau reagiert, bevor sie es tatsächlich und in diesem Moment tut?
Gar nicht. Er kann es nicht wissen. Er bildet es sich nur ein und erschafft seine Ängste selbst.

So bringen sich viele Leute von ihrem Glück ab. Sowohl in Beispiel 1 als auch in Beispiel 2 wären beide Männer vielleicht auf ihre Traumfrau gestoßen, wenn sie den Moment akzeptiert hätten, anstatt gegen ihn anzukämpfen.
Und genau das tut ihr Verstand. Er bekämpft den Moment. Denn wie wir schon festgestellt haben, kann nicht im Jetzt sein.

Logisch: Denn er kann nur in Zukunft oder Vergangenheit denken.
Deshalb muss er gegen den gegenwärtigen Moment ankämpfen. Sind wir also mit ihm identifiziert, lassen wir uns von ihm leiten, dann entfernen wir uns von der Realität und von unserem Glück.

Die Tragweite ist unglaublich. Hast du schon mal depressive Menschen beobachtet?
Sie scheinen irgendwie nicht ganz anwesend, den Blick in die Ferne, völlig in ihrem Kopf beschäftigt.
Genau. In ihrem Kopf.  Merkst du etwas?

Jede einzelne Sorge ist nichts anderes als eine gedankliche Projektion. Es ist die Einbildung einer möglichen Zukunft, die wir zugleich ablehnen. Je mehr ein Mensch in diese Art von Gedanken eintaucht, desto größer ist der innere Wahnsinn, der dadurch entsteht. Er wird zunehmend abwesend, denn er steckt immer mehr Aufmerksamkeit in diese unerwünschten Zukunftsvorstellungen.

Doch ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit kannst du nur JETZT empfinden. Nur jetzt kannst du bewusst sein.

Auch in punkto Selbstbewusstsein liegt das Problem oft in der Ego-Identifikation mit dem Verstand. Es gibt eine innere Verhaltensweise, die alle Menschen gemeinsam haben, die nicht selbstbewusst sind:
Sie sind ständig mit den Reaktionen anderer auf sie beschäftigt. Sie sinnen ständig über Reaktionen anderer Menschen nach, die entweder einmal passiert sind (Vergangenheit) oder passieren könnten (Zukunft). Genau so wie unser junger Verführer aus Beispiel 2, der sich nicht traut die Frau anzusprechen.
Um selbstbewusst zu sein, darfst du aufhören ständig über mögliche Reaktionen auf dich nachzudenken und dir deiner bewusst werden. Du kannst deiner Selbst-bewusst-sein.

Ok, das leuchtet mir alles ein. Aber wie soll ich aufhören zu denken? Das kann ich nicht.

Es geht nicht darum, mit dem Denken aufzuhören. Vielmehr geht es darum, Klarheit in die eigenen Gedanken zu kriegen. Gedanken sollen wieder etwas sein, was dir nützlich ist und dir dient.

Es geht darum diese Identifikation mit ihnen aufzuheben, welche dich ihnen gegenüber so ohnmächtig werden lässt. Gewinne wieder die Kontrolle über deinen Verstand, indem du deine Aufmerksamkeit aus ihm befreist  und lernst ihn bewusst zu benutzen.

Es gibt viele sehr hilfreiche Übungen dazu. Ich gebe dir hier zwei zur Hand,  die du anwenden kannst, wann immer du es möchtest.

Übung 1:

Beobachte deine Gedanken.
Nehme sowas wie eine Beobachterposition ein und schaue zu wie sie vorüberfliegen.

Das tolle daran ist, dass du in diesem Moment sofort erkennen wirst,  dass du nicht dein Verstand bist – denn sonst könntest du ihn ja nicht beobachten.
Höre einfach deinen Gedanken zu. Analysiere sie nicht, reflektiere sie nicht, höre… nur … zu.
Sobald du ihnen zuhörst, wirst du versucht sein, mit deiner Aufmerksamkeit wieder in sie einzutauchen und deinem Gedankenfluss zu folgen.
Dann bist du wieder völlig im Verstand gefangen und raus aus der Übung.  Dies ist der „Normalzustand“ den du gewohnt bist:  Die Aufmerksamkeit verschmilzt mit den Gedanken, du siehst deine Gedanken nicht mehr von außen und identifizierst dich.

Das wird immer wieder passieren, doch Übung macht den Meister. Wenn du es bemerkst, dann kehre wieder in aller Ruhe in die Beobachterposition zurück.

Übung 2:

Raube deinem Verstand die Zeit!
Dies ist der Schlüssel: Der Verstand kann nur in der Zeit, nicht aber in der Gegenwart existieren.
Sage dir: „Es gibt nur das Jetzt“ . Erkenne innerlich so gut du nur kannst, dass es immer nur jetzt ist.

Nicht etwa nur auf gedanklicher Ebene, indem du es bloß „verstehst“. Sondern richte deine Aufmerksamkeit auf das Jetzt, während du es erkennst. Konzentriere dich nicht mehr auf das früher oder später, sondern achte auf das, was dich genau jetzt umgibt.  Achte darauf mit allen deinen Sinnen.

Spüre, sehe, höre, rieche und schmecke, was immer dich gerade umgibt. Schärfe deine Sinne für das Jetzt. Kannst du spüren, wie dabei deine eigene Lebendigkeit zunimmt?

Dies ist die Lebendigkeit, um die dich deine eigenen Gedanken bringen, wenn sie dich von der Gegenwart ablenken. Kehre mit dieser zweiten Übung immer wieder zur Gegenwart zurück.

 

Du wirst viele sehr faszinierende Effekte feststellen, wenn du diese Übung machst. Du wirst u.a. intensiver wahrnehmen und viel gelassener werden.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich „nicht denken“ möchte. Ist das Denken etwa schlecht?

Aber nein!  Denken ist etwas Wundervolles. Nochmals: Es geht nicht darum, dass du komplett aufhören sollst zu denken. Es geht vielmehr darum, Klarheit in das eigene Denken zu kriegen, damit es dir nicht im Wege steht.

Wenn du deine Gedanken beobachtest, dann wird dir auffallen wie viel Müll dort herumschwirrt. Du wirst entdecken, wie viele von deinen Gedanken dir Sorgen kreieren oder sich auch einfach nur ständig widerholen. Dies ist das Ergebnis des unbeobachteten Denkens, dem es an Klarheit fehlt. Desjenigen Denkens, dem der Bezug zur Realität, dem Jetzt, verlorengegangen ist.

Der Verstand ist ein Werkzeug. Kontrolliere und benutze es, doch lasse dich nicht vom Werkzeug kontrollieren.
Erinnerst du dich daran als du gelernt hast Auto zu fahren? Womit fing es an?
Du musstest zuerst lernen das Auto zu starten und es wieder abzustellen. Erst dann,
irgendwann, bist du über die Autobahn gedüst und hast dich dabei wohl gefühlt. Genauso ist das hier.
Lerne deinen Verstand zu beruhigen, damit du eine Grund-Kontrolle über ihn gewinnst.
Erst dann wird er immer mehr zu deinem Freund und Helfer.

Erkenne, dass du nicht dein Verstand bist.
Mache die Übung. Immer und immer wieder.
Begegne dem jetzigen Moment, sei darin zu Hause. Denn er hat so viel Schönes für dich zu bieten!

 

(Bild von Babasteve)

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