Maske

Masken ablegen, offen kommunizieren

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Kommt dir die Kommunikation mit anderen Menschen manchmal irgendwie „unecht“ vor? Scheint es dir so, dass sich viele Begegnungen auf der Oberfläche abspielen?

Kennst du diese Sehnsucht danach, diese Oberfläche zu durchdringen zu wollen,
dir selbst und den Menschen nahe zu sein?

Doch wie genau kann das gelingen?
Es ist eine anstrengende Vorstellung, die anderen Menschen verändern zu wollen. Und tatsächlich kannst du keinen einzigen Menschen verändern. Solltest du es jemals versucht haben, dann weißt du dass es unmöglich ist.
Wie also sollst du Menschen näher kommen, wenn sie sich bloß auf dieser Oberfläche bewegen?

Wichtig ist genau hinzusehen, zu erkennen womit du es denn genau zu tun hast. Weshalb sind so viele Menschen so oberflächlich und wirken so unecht?
Worin besteht diese Oberfläche genau? Was ist es, was die Menschen zwischen einander schieben, so dass sie sich nur noch sehr oberflächlich und nicht mehr wirklich begegnen?

Es wirkt wie eine Maske.
Genauer gesagt, eine breite Auswahl an Masken.
Wenn du es genau beobachtest, dann wirst du möglicherweise feststellen:
Zu jeder einzelnen Maske gehören bestimmte Verhaltensweisen, eine bestimmte Körpersprache und sogar Mimik.

Wenn du aufmerksam hinschaust, dann kannst du sehen, wie die Menschen ihre Masken aufziehen.
Wenn eine Person den Raum betritt,
dann zieht sich die Person die bereits in diesem Raum ist die passende Maske für den Besucher auf. Es ist wirklich faszinierend: Die gesamte Mimik und Haltung von einer Person verändert sich, sobald sie in Kontakt mit jemand anderem tritt. Und sogar der Tonfall.
Es kommt dir vor, als ob da gerade eine Verwandlung stattgefunden hat –
eben noch hatte dein Freund eine völlig andere Ausdrucksweise und völlig andere Haltung. Und jetzt scheint er ein anderer zu sein. Wie ausgewechselt.
Sobald die andere Person den Raum betreten hat, hat sich dein Freund in einen anderen verwandelt.

Du fragst dich: Ist also die Art, wie er mir gegenübertritt auch nur eine solche Maske? Eine, die er speziell für mich entwickelt hat?

Zurecht beginnst du an der Echtheit der Begegnung zu zweifeln.
Du beginnst zu sehen, dass die meisten Menschen das tun: Sie wechseln den ganzen Tag über ihre Masken. Und du wirst das Gefühl nicht los, dass das Echte dadurch verborgen bleibt.
Ihr ganzes Verhalten wirkt kalt, automatisch und distanziert.
Es fehlt dir irgendwie an Wärme, an Nähe und an Echtheit.

Wo ist der Ausweg?

Ich habe die Erfahrung gemacht dass alles damit anfängt zu erkennen, worin diese Oberflächlichkeit denn genau besteht. Denn mit dem Erkennen löst du dich zugleich von ihr, du selbst hörst damit auf dieser Ebene mitzuspielen, du reagierst auf dieser Ebene nicht mehr.

Um es noch mal deutlich zu sagen: JA, die Veränderung kann nur in dir stattfinden.

Und genau dann tritt das erhoffte Wunder manchmal ein: Sobald DU diese Oberfläche verlässt, und eine tiefere Ebene betrittst, an der du echt bist, möglichst viele deiner Masken abgelegt hast, offen und herzlich bist, dich wohl und geborgen fühlst, unabhängig, genau dann passieren wundersame Dinge: Die Menschen fangen an, sich dir zu öffnen.

Es ist faszinierend: Wenn du Menschen gerne verändern möchtest, verhalten sie sich dir gegenüber nur noch oberflächlicher.
Sobald du aber die Menschen so annimmst wie sie sind, mit allen ihren Masken, und stattdessen dich selbst veränderst, fangen sie an dir in dieser Hinsicht zu folgen. Manche von ihnen, und manche auch nicht. Tatsächlich wird es in diesem Moment, in dem du die Dimension der Tiefe in dir gefunden hast,
keine große Rolle mehr spielen. Und dennoch wirst du in der Lage sein, Menschen damit anzustecken.
Sowohl Oberflächlichkeit als auch Offenheit ist ansteckend!

Doch es passiert nicht indem du etwas tust, sondern indem du so bist. Also von ganz alleine. You go first.
Die eigentliche Frage lautet also:
Wie kann ich also die Oberfläche verlassen? Wie kann ich mir selbst und damit anderen näher kommen?

Wie kann ich alle meine Masken ablegen?

Fange doch einmal mit Folgendem an: Schau dir an, worin sie bestehen.
Denn in dem Moment, in dem du sie sehen kannst, hat die Loslösung von ihnen bereits begonnen.

Das „In-die-Tiefe-Gehen“ ist ein Prozess.
Und er beginnt jeden Tag damit zu erkennen, worin die Oberfläche denn genau besteht. Nur so kannst du dich loslösen; erkenne die Oberfläche.

Denn nur der der die Oberfläche erkannt hat, kann sich von ihr lösen. Dagegen kann einer der die Oberfläche nie genau betrachtet hat so viel über zwischenmenschliche Tiefe nachdenken wie er will, er wird selbst stets an der Oberfläche bleiben.
Wie könnte er sich denn auch von etwas loslösen, was er nicht wirklich sehen kann?

Beobachte deine eigenen Masken. Mache das fortwährend in deinem Alltag.

Was denkst du über andere? Worin bewertest und beurteilst du sie?
Was denkst du über dich? Worin bewertest und beurteilst du dich?

Und jedes Mal wenn du eine solche Wertung oder ein Urteil in deinem Kopf „erwischst“, dann lege sie ab. Ohne dich groß damit auseinanderzusetzen.
Denn siehe: Die Auseinandersetzung damit würde es nur verstärken – oder auch ein anderes, weiteres Urteil züchten, egal wie du es wendest und drehst.

Probiere stattdessen also einfach mal folgendes: Lege ein solches Urteil einfach ab.
Frage dich:

„Wer wäre ich ohne diese Wertung / ohne dieses Urteil? Wie würde es mir jetzt gehen?
Oder:
Wie würde ich diesem Menschen jetzt begegnen, wenn ich diesen Gedanken über ihn loslassen würde?

Merkst du, dass da eine Erleichterung, eine neue Leichtigkeit entsteht, sobald du deinen Gedanken loslässt?
Dies ist er: Ein erster kleiner Schritt in die Tiefe.
Die Tiefe des eigenen Seins, weg von der Oberfläche und hin zu deinem wahren Wesen.

Geht das denn so „einfach“?

Ja und nein. Ja deshalb, weil du tatsächlich nichts anderes zu tun hast, als immer wieder deine Überzeugungen über dich und andere loszulassen.
Denn damit löst du dich nach und nach von deinem Ego, deiner falschen und gedanklich konstruierten Persönlichkeit. Sie ist nichts anderes als die Summe deiner Masken, die wiederum die Summe deiner Überzeugungen sind.

Dieses Ego ist es, das dich an der Oberfläche gefangen hält: An der Oberfläche deiner eigenen Gedanken.
Du meinst anderen Menschen zu begegnen, doch tatsächlich begegnest du nur den eigenen Urteilen und Wertungen über sie, solange du an diesen Urteilen und Wertungen festhaltest.

Die „echte“ Begegnung bleibt aber aus. Es wird eine völlig neue Erfahrung sein, Menschen wertungsfrei zu begegnen. Sie ist gekennzeichnet durch Herzlichkeit und Frische.

Lässt du deine Urteile über andere los, dann eröffnet sich ein Raum. Es ist der notwendige Raum um sich zu entfalten – sowohl für dich, als auch für dein Gegenüber.
Fehlt dieser Raum, dann ist keine Entfaltung möglich. Jeder ist bloß in Gedanken damit beschäftigt, die eigenen Wertungen zu bestätigen oder die Wertungen des anderen zu widerlegen. Es ist tatsächlich wie ein Labyrinth, welches die gesamte Kommunikation an der Oberfläche gefangen hält.

Geht es denn wirklich so einfach?
Auf gewisse Art auch nein, denn du darfst das immer und immer wieder tun.
Es wird dir manchmal nicht leicht fallen, deine Bewertungen loszulassen. Dein Verstand schreit: „Das stimmt doch! Der ist doch so!“
Doch jedes Mal wenn du es schaffst dich zu lösen, mit der obigen einfachen Frage („Wie ginge es mir jetzt, wenn ich diese Überzeugung loslasse?“), ein wenig hinter die Kulisse deiner Wertungen blickst,
dann hast du eine weitere Maske abgelegt, hast Raum geschaffen für dich und dein Gegenüber.

Fühle in dich hinein, bemerke die Erleichterung, die dann jedes Mal auftritt.
Und sei erstaunt, wie die gesamte Situation sich meistens entspannt,
bemerke wie auch dein Gegenüber es dir oft ohne es zu bemerken gleich tut: Da ist plötzlich ein Lächeln, oder eine warme, herzliche Geste.

Praktiziere das immer wieder, mache es dir zur Gewohnheit.
Gehe dadurch immer erwartungsfreier in jede Begegnung hinein, lasse damit dir selbst und dem anderen Raum zur Entfaltung.

Und: Experimentiere!
Wie wäre es mal damit, ein gewohntes Verhalten loszulassen?
Einfach mal freiheraus zu sagen was du fühlst? Offen zu sagen was du denkst, dich jemandem völlig offen mitzuteilen?

Was kannst du JETZT loslassen oder anders machen, um anderen offener zu begegnen?

 

(Bild von Alaskan Dude)

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