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Bin ich getrennt, oder bin ich verbunden ?

Phil Flirt & Beziehung, Innere Freiheit, Veränderungen & Herausforderungen Leave a Comment

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Vielleicht gehörst du auch noch zu den Menschen, die sich getrennt von der Welt sehen, vielleicht ein einsames, anonymes Dasein in einer Großstadt fristen, ohne Kontakte, ausser vielleicht zu den Kollegen, oder zu dem Laufband-Nachbarn im örtlichen Fitness Center.

Wenn Du jemand bist, der allgemein Schwierigkeiten damit hat auf Menschen zuzugehen, oder vielleicht keinen Sinn darin sieht, ein Gespräch mit einer völlig fremden Person anzufangen, oder vielleicht Angst hat abgewiesen zu werden, wenn es um die Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht geht, dann sind folgende Zeilen möglicherweise genau das Richtige für Dich.

Um als Mensch wachsen zu können, ist es zunächst hilfreich, sich selbst gegenüber wahrhaftig zu werden, darüber habe ich bereits im Artikel „Wahrheit“ geschrieben.

Ein anderer, wichtiger Aspekt unseres inneren und äusseren Wachstums ist,  die Fähigkeit zu entwickeln, eine Verbindung mit anderen Menschen einzugehen. Wenn wir uns mit Anderen verbinden, schenken wir ihnen unsere Aufmerksamkeit, und lassen uns auf sie ein. Die Fähigkeit sich mit Anderen zu verbinden, wohnt uns allen inne, und wir sind nicht nur in der Lage, eine Beziehung zu unseren Mitmenschen aufzubauen, sondern auch zu Objekten, Ideen, Werten, Orten, und Aktivitäten, nur um einige Beispiele zu nennen.

Um diese Verbindung herzustellen, bedarf es nur unserer Aufmerksamkeit.

Ich stand neulich bis zu den Knöcheln im See und suchte nach schönen Steinen, die sich gut auf meinem Schreibtisch machen würden. Ich richtete meine Aufmerksamkeit auf ein wirkliches Prachtexemplar, rund und abgeschliffen sah der Stein in etwa aus, wie das Hinterteil eines Zebras. Als ich meine Aufmerksamkeit auf diesen Stein richtete, habe ich sofort dieses innere „Klicken“ vernommen, wenn eine Verbindung zu dem Objekt meines Wunsches entsteht. Ich wusste nicht genau , nach was ich gesucht habe, aber als ich diesen Stein entdeckt hatte, war mir sofort klar, der ist es.

Erinnere dich daran, als du als kleines Kind dein persönliches, physisches Universum entdeckt hast. Du warst aufmerksam und hast dir alle Gegenstände sehr genau angeschaut, manchmal auch in den Mund genommen, um deine Erfahrung noch sinnlicher zu gestalten, du hast vielleicht etwas in die Hand genommen und hast die Formen gefühlt, und deine Erfahrung handgreiflicher gemacht, du hast gespielt. Wenn du etwas gefunden hast, was dir nicht sonderlich gefiel, hast du es in Zukunft wahrscheinlich vermieden, eine tiefere Verbindung damit einzugehen. Du hast den Dingen die dir nicht gefielen den Fokus entzogen.

Energie fliesst dort, worauf wir unseren Fokus richten

Als Erwachsene scheint es fast vergessen, dass wir unsere Wünsche und Ziele am effektivsten erreichen, indem wir direkt auf das zugehen, was uns am meisten interessiert, um uns gezielt mit dem Menschen, der Idee, oder dem Projekt zu verbinden. Anstatt das zu tun, stellen wir unsinnige Regeln und Limitierungen auf, die unsere Fähigkeiten begrenzen, anstatt sie zu erweitern, und uns damit zu verbinden, was wir im tiefsten unseres Herzens wirklich wollen.

Wir malen keine Bilder und stellen sie aus, weil wir vielleicht denken, dass sie sowieso niemandem gefallen. Wir gründen keine Unternehmen, weil es zu riskant ist. Wir kündigen unseren unliebsamen Job nicht, der von Stagnation und Monotonie geprägt ist, weil wir Angst haben, dass wir nichts Besseres bekommen. Wir können uns nicht auf andere Glaubenssysteme einlassen, weil unser eigene Religion dies verbietet.

Derartige Einschränkungen wurzeln alle in Angst, und nicht in Verbundenheit und Liebe.

Viele meiner allerbesten Erfahrungen, die zu meinem inneren Wachstum geführt haben, haben sich dann eingestellt, als ich mich entschloss mich mit etwas oder jemandem zu verbinden der mir wichtig war, unabhängig davon, was andere dazu gesagt haben, oder unabhängig davon, wenn sie meine Entscheidung nicht gut fanden.

Um zu lernen und zu wachsen ist Voraussetzung die, dass wir uns mit dem verbinden was uns gefällt, und nicht was anderen gefallen könnte. Diese Freiheit der eigenen Entscheidung, wird uns auf lang oder kurz auch auf Menschen treffen lassen, die die selbe Einstellung, die selben Werte in sich tragen, und uns aber auch möglicherweise von Menschen trennen, denen wir unseren Fokus entzogen haben, die uns aber mit ihren Einschätzungen über uns selbst limitierten.

Niemand kann uns diese Freiheit geben, denn diese Freiheit ist bereits jedem von uns inne, sie ist unser Geburtsrecht als Mensch. Wir benötigen kein Einverständnis von niemandem, selbst zu entscheiden, welche Verbindungen die besten für uns sind. Es liegt an jedem einzelnen von uns, die Initiative zu ergreifen, und uns zu verknüpfen , mit dem was wir uns wünschen und uns abzukoppeln von dem was wir uns nicht wünschen. Das ist sehr, sehr einfach.

Indem wir uns bewusst Verbindungen herstellen, die sich gut für uns anfühlen, wo dieses „Klick“ einfach unüberhörbar ist, geben wir dem Prinzip der Selbstliebe immer mehr Raum, sich in unserem Leben breitzumachen.

Dennoch – sich bewusst mit anderen zu verbinden ist eine Herausforderung und alles andere als simpel, wenn du dich an die Kernüberzeugungen erinnerst, die dich an deiner Entfaltung hindern können.  Wenn unsere Geist mit Gedanken der Trennung infiziert ist, die Dich in einem abgetrennten Zustand halten, ist es eine Herausforderung, diesen Zustand auf der gedanklichen Ebene zu entlarven, und zu lernen die dazugehörige Überzeugung loszulassen.

Die Vorannahme, dass wir von Natur aus getrennte Wesen sind, ist eine der schrecklichsten Gedanken, die wir überhaupt haben können. Diese Kernüberzeugung sorgt, wie es das Naturell jeder Kernüberzeugung ist, dafür, dass sie zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Egal ob du glaubst du kannst etwas nicht, oder ob du glaubst, du kannst etwas sehr gut, du wirst langfristig immer Recht behalten.

Ein derartig abgetrennter Geisteszustand sorgt langfristig also noch mehr dafür, dass sich diese Getrenntheit in deinem Leben ausweitet. Dies funktioniert nach dem selben Prinzip, wie das Prinzip der Verbindung.

Anstatt liebevoll neugierig auf Andere zuzugehen, halten wir uns ängstlich zurück. Wir neigen dazu unsere Erfahrungen mit Personen aus der Vergangenheit zu generalisieren, und erwarten unbewusst die selbe Ablehnung von neuen Menschen, die wir noch nicht kennen.

Anstatt jemanden zu umarmen, geben wir uns lieber die Hand. Anstatt aktiv ein Gespräch anzufangen, warten wir passiv darauf, der Andere möge doch anfangen. Wenn beide diese Einstellung verinnerlichen, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn Schweigen das Resultat ist. Anstatt Freunde anzurufen, denken wir lieber, der Andere soll doch anrufen, wenn er etwas möchte. Mit dieser Einstellung kann es passieren, dass Telefongesellschaften keine Umsätze machen.

Es ist wirklich nützlich zu erkennen, dass die Vorannahme, jeder sei ein von dem Anderen getrenntes Wesen, eine unbewiesene Vorannahme ist.

Egal ob ich auf buddhistische Einsichten zurückgreife, oder auf meine eigene Erfahrung, die Idee von dem anderen, oder die Idee vom „Du“ entsteht in mir, und das immer. In Wahrheit bin ich nie getrennt, wenn ich über den anderen spreche, denn sobald ich nur anfange an jemandem zu denken, ist dieser Andere bereits ein Teil von mir, ob ich will, oder nicht. Der Abgleich von mir und Anderen ist in Wirklichkeit der Abgleich von meinem Selbstbild von mir und meinem Fremdbild von Anderen.

In Wirklichkeit sollte es daher nicht heissen „Verbindung zu anderen herstellen“ , sondern eher „Die Trennung von anderen aufgeben“.

Wenn du also eine Verbindung mit jemandem eingehen willst, dann ist es tatsächlich sehr hilfreich dir bewusst zu machen, dass du alles loslassen kannst, was dich daran hindert diese Verbindung bereits als gegeben zu akzeptieren.

Dann passiert tatsächlich etwas Magisches, denn dann stellst du wahrscheinlich fest, dass es keine Fremden gibt.

Niemand ist mehr unbedeutend, und da jeder bereits ein Teil von uns ist, sofern wir unseren Fokus auf den Menschen richten, ist er bereits ein Teil von uns , und hat uns etwas zu lehren.

Daher ist die Vorstellung „jemand anderen zu lieben bedeutet sich selbst zu lieben“ wahrscheinlich für jeden nachvollziehbarer. Im Umkehrschluss ist es kein Wunder, dass die Idee vom Getrenntsein, zunächst von sich selbst und dann von den anderen, genau das Gegenteil von Selbstliebe und Liebe  zu Anderen erzeugt.

Wir können uns sehr leicht mit anderen Menschen verbinden, indem wir davon ausgehen, dass die Verbindung bereits besteht. Dann ist es eine Frage der Zeit, bis sich diese innere Verbindung auch im Aussen bemerkbar macht. Anstatt das Eis brechen zu müssen, können wir einfach annehmen, dass die Verbindung bereits besteht, und wenn es uns dennoch schwerfällt, können wir nach innen sehen und beobachten, welche Überzeugungen uns daran hindern, dies zu erkennen.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass je mehr wir diese Einstellung verinnerlichen, desto mehr „fremde“ Menschen werden auf uns zukommen, und uns in Gespräche verwickeln.

Als ich damit anfing diese Einstellung zu leben, hat es nicht mehr gebraucht, um „fremde“ Passanten , die mir auf dem Weg zur Arbeit begegnet sind, in die Augen zu sehen, und sofort haben sie „mich“ begrüßt, oder „mich“ einfach so angesprochen. Im Umkehrschluss erleichterte dieser innere Kontakt zu anderen auch meine eigene Aktivität, um auf Menschen zuzugehen und ein Gespräch mit ihnen zu führen.

Dem einen oder anderen ergeben sich durch diese Einstellung vielleicht noch mehr Chancen beim anderen Geschlecht, oder die Beziehung zu seinen Kollegen bessert sich, oder der Freundeskreis wächst an, und die Angst vor Zurückweisung wird sich in Nichts auflösen.

 

(Bild von Elenah Neshcuet )

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